Hochsee- und Hafenschlepper WODAN
Das Modell entstand 2011 auf Basis des robbe-Baukastens ODIN (WODAN ist der südgermanische Name der nordgermanischen Gottheit ODIN).
Das „W" auf dem Schornstein steht aber nicht nur für Wodan, sondern auch für den in Rostock beheimateten Taucher „Otto Wulf 8", dem das Modell vor allem im Design des Steuerhauses nachempfunden wurde.
Am 16.10.2011 war Jungfernfahrt im Münchner Olympiasee.
Im April 2017 wurden Motor und Akku auf mehr Power aufgerüstet.
WODAN (M1:25)
Länge: 117cm, Breite: 34cm
Neue Daten nach der Aufrüstung 2017:
Gewicht: 18,5kg, Pfahlzug: ca. 5kg
Motor: Brushless 12V/18A, 300kV
Akku: LiFePo 4S2P 12,8V/20Ah
Interne Spannungsversorgungen:
Licht+Sonderfunktionen: 6V aus Wandler
Empfänger+Servos: 5V aus Wandler
Sonderfunktionen:
diverse Lichter
Bugstrahlruder
dreh- und hebbarer Löschmonitor
dreh- und hebbarer Scheinwerfer Typ „Seematz"
Leinenschuß mit Winde
Rauchgenerator
Sound
Lenz-Automatik
Radar
Das Original:
Otto Wulf 8
Länge: 23,38m, Breite: 7,12m,Verdrängung: 92 BRT, Pfahlzug: 17 t
Antrieb: 1400 PS
Werdegang
Ausgangspunkt war ein "robbe ODIN" - im November 2010 gebraucht gekauft
(zerkratzt und dringend überholungsbedürftig)
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Dezember 2010: zerlegt und gesäubert
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Januar 2011: der Mast ist renoviert und neu lackiert, der Rumpf ebenfalls (diesmal mit Wasserlinie)
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Februar 2011 - die Rumpf- und Decks-Konstruktion ist weitgehend fertig.
Das Deck ist abnehmbar und hat nun ebenfalls ABS-Spanten; der Rumpf hat eine wasserdichte Rinne (die nach außen entwässert), in die das Deck einrastet.
Alle Kabel und Schläuche laufen in Leerrohren (das Decksrohr dient zugleich der Längsstabilität).
Vorne erkennt man das Bugstrahlruder, der Bugspant ist zu Wartungszwecken abschraubbar und nimmt die beiden Steckverbinder zum Aufbau (IP40) auf. Anfangs saß der Empfänger übrigens im Mast (weit über der Wasserlinie) und hatte einen eigenen Doppelakku.
Die Ankerwinde wurde umfunktioniert (der Anker ist in einem wasserdichten Rohr fest montiert) und wird nun als Beistopperwinde verwendet; die Lenzpumpe entwässert quasi unsichtbar in den Ankerschacht.
Der Schlauchanschluß für den Löschmonitor muß trennbar sein und hat deshalb einen Luer-Lock-Bajonettverschluß.
In der Mitte ist die in alle Richtungen verstellbare Halterung des Fahrakkus (12V/17Ah, 6,2kg) zu sehen; sie wurde aus PA gefräst und erlaubt eine genaue Schwerpunkteinstellung durch Verschieben des Akkus.
Hinter dem fest-eingeklebten Hauptspant sitzen die Lenz- und die Löschpumpe, der abschraubbare Heckspant hält den anfänglich verwendeten separaten Lichtakku; das Ruder wird nun per Kette angetrieben, um mechanische Gestänge-Verschränkungen zu vermeiden, wenn man beim Transport die Kortdüse einmal über Gebühr verdreht.
Da das Deck gewölbt ist, sind 2 Konstrukte zu erkennen, die jeweils eine ebene und dichte Fläche bilden:
die Platte für den wasserfesten Lautsprecher (er geht nicht kaputt, aber der Ton säuft bei Wassereinbruch natürlich ab; um dennoch was zu hören und den Bass zu verstärken, wurde später noch ein Zweitlautsprecher in den Rumpf gebaut)
die Platte für die Winde (sitzt später auf dem Rahmen)
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März 2011 - das Deck wurde mit Riffelblech beplankt und das Schanzkleid neu lackiert
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Mai 2011 - der Rumpf ist jetzt (fast) fertig ausgerüstet und wäre fahrfähig
Die Verdrahtung sieht zwar wild aus, ist aber bestens dokumentiert und vor allem leicht wartbar !
Ich verwendete anfangs 2 Multi-Switches: den von robbe (ganz vorne) und das Beier-Soundmodul RC1 (rechts)- da wusste ich noch nicht. daß das sog. "Nautic-Protokoll" mit 2,4GHz nicht zuverlässig arbeitet...
Der vorwitzige rote Taster auf der kleinen ABS-Platte ist übrigens der Hauptschalter - er wird durch einen mit Silikonfolie abgedichteten Mannlochdeckel im Deck bedient und schaltete hier noch eine Akkuweiche aus dem Flugmodellbau, diese ein Hilfsrelais für die 4,8V Empfängerversorgung und dieses dann das dicke 30A-Relais für 6V und 12V neben dem Motor. Der Trick dabei ist, daß letzteres auch über die externe Ladebox (s.u.) geschaltet werden kann, um einzelne Funktionen wie Lichter oder Radar auf einem Ausstellungstisch zu aktivieren (welche genau, wird über das blaue Mäuseklavier festgelegt) - ohne daß der Empfänger in Betrieb geht !
Über dem Motor sitzt unter anderem der Motorregler (Bausatz "Volksregler") mit super-feiner 18kHz-Regelung.
Die Ladebox ermöglicht sowohl die Spannungskontrolle als auch die Ladung von bis zu 4 Akkus im eingebauten Zustand. Außerdem kann sie ausgewählte Funktionen ohne Aktivierung der Fernsteuerung in Betrieb nehmen.
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24.5.11: Stapellauf im Pool !
Wodan fährt zum ersten Mal - und offenbart neue Erkenntnisse:
Er liegt gut austariert im Wasser - genau parallel zur Wasserlinie, aber: er ist zu schwer (ohne Aufbauten 20kg) ! Die Decksbeplankung mit Riffelblech und die Verkabelung wiegen doch mehr als gedacht, also muß der 26Ah gegen einen 17er getauscht werden.
Der Motor läuft seidenweich, ohne Soundmodul hört man ihn praktisch nicht, wenn er nicht Vollgas läuft (der Pfahlzug beträgt 1,8kg, im Pool schießen die 20kg ganz ordentlich los); überrascht war ich vom geringen Rückwärtsschub, das ist wohl ein strömungstechnisches Problem der Kortdüse. Also: zum Abbremsen ordentlich Stoff geben.
Das Bugstrahlruder ist leider etwas laut; es bringt aber einen großen Gewinn beim Manövrieren.
Die Lenzpumpe (Graupner-Zahnrad) war leider ohne Wirkung; nach dem Zerlegen zeigte sich, daß die Zahnräder Matsch waren - sie hatten einen Brösel erwischt. Die nächste bekommt jedenfalls einen Filter vorgesetzt.
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Juli 2011: Nun geht es an den Aufbau
Nach einer 5-wöchigen Pause (MAX wurde gebaut) ist nun der Aufbau dran.
Zuerst wollte ich noch den vorhandenen Aufbau restaurieren...
...aber dann habe ich mich doch für eine komplette Neugestaltung entschieden.
Hier eine Stellprobe des neu-konstruierten Steuerhauses mit dem Mast.
Der neue Unterbau des Oberdecks war richtig Arbeit - hier gibt es kaum einen rechten Winkel, und die Spantenlage muß auch zum Steuerhaus passen !
Das einzige robbe-Altteil ist übrigens die stark-gewölbte Vorderwand.
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9. Oktober 2011: Probefahrt (unfertig) im Freibad Germering
WODAN (dunkles Deck) neben ODIN 8
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April 2012: wieder auf der Werft !
Nach den Erfahrungen 2er Messen (Friedrichshafen+Karlsruhe) habe ich mich entschlossen, 2 Konzepte zu ändern:
Der Empfänger wandert aus dem Aufbau in den Rumpf. Grund: die Nautic-Funktionen waren sehr störempfindlich und sollen durch möglichst kurze Servoleitungen verbessert werden. Ergebnis: das brachte nichts
Das Multi-Akku-Konzept weicht einem 1-Akku-Konzept. Grund: ursprünglich aus der Fliegerei übernommen, brachte es hier aber nur Nachteile (Ladung,Verdrahtung,Fehlerquellen); daher: ein 12V-Bolide versorgt alles, kleinere Spannungen werden durch entspr. Wandler erzeugt
Die Nautic-Steuerung ("Multiswitch") wird ersetzt durch eine normale Schalter-Steuerung. Grund: ich fahre 2,4GHz, und die sind für ein Kanalsplitting zu störanfällig, wenn viele Sender (wie in Messehallen) zugleich betrieben werden; meine Lösung heißt daher "16 Kanäle und entspr. viele Schaltmoduln". Habe mir hierfür den neuen Jeti DC16-Sender gekauft und steuere nun alles "vollkanalig", also z.B. 4 Funktionen auf einem 3-er Schalter per kurz/lang; modellseitig werden diese Kommandos durch 2 Jeti 8-Kanal-Empfänger, ein BEIER USM RC-2 sowie einige separate Schaltbausteine verarbeitet - jetzt läuft endlich alles störungsfrei !
Da hinten das fehlende Akkugewicht ersetzt werden muß, sind große Teile der Elektronik dorthin gewandert; das ergibt deutlich kürzere Kabel, fast alle Servostecker können nun sogar direkt in die beiden Empfänger gesteckt werden (einer ist hinten, einer vorne montiert).