Decks und Anker - Hannemänner

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Modellschiffe > SAR: H.R.MEYER mit CHRISTIAN

Poller

Die klobigen Pauschal-Poller von Graupner entsprechen nicht dem Original (siehe Foto), außerdem sind die Poller auf der Back bei genauer Vermessung der Fotos dicker als die anderen.
Also baue ich die Dinger in Messing
selber:

Mannlochdeckel und Schwanenhalslüfter

Die tiefgezogenen Mannlochschächte habe ich weggeschnitten und mit stabilen Wänden neu gebaut. In den Schächten finden Schalter und Ladebuchsen Platz, die Mannlochdeckel haben eine Gummidichtung und werden mit Magneten zugehalten.
Die Handräder sind ebenso wie die Schwanenhalslüfter auf einem 3D-Drucker erzeugt worden, der Flansch an den Lüftern ist auf der Drehbank hergestellt und hat echte M0,6-Messingschrauben mit Muttern.
Die Farbgebung entspricht dem Stand Herbst 2012 (vorher waren die Lüfterköpfe weiß).

Rumpf und Hauptdeck vor der "Hochzeit"

Rumpf und Hauptdeck wurden vor dem Zusammenkleben lackiert, das erleichtert Schleif- und Abklebearbeiten.

In die Decks-Ausschnitte vor dem Aufbau kommen wie beim Original 2 Servicedeckel mit Schraubennachbildungen; die Deckel sind herausnehmbar und werden mit Stahldraht fixiert.

Anker-Baugruppe

Die Ankerwinsch des Kreuzers ist schon ein kleines Projekt für sich; sie wurde als eigene Baugruppe gebaut und mit Magneten fixiert, sie ist damit abnehmbar (Serviceluke) !
Hier ein Blick auf die Herstellung der Winsch aus POM nach Fotoschablone auf meiner Drehbank:

Die Winsch ist kugelgelagert !

Die filigrane Ankerkettenführung verlangt nach einer feinfühligen Winde, eine Trommelwinde mit Rutschkupplung kam da nicht in Frage, sie wäre schlecht einstellbar und nutzt sich auch ab.
Ich habe mich daher für eine Reibrollen-Winde entschieden (feinmechanisch anspruchsvoll, Modellbaukollege Dahmen hat sie ausgetüftelt und mir die Einzelteile geliefert).

Sie funktioniert so:

Durch einen 6V-Motor wird die schwarze Gummirolle angetrieben, die auf die weiße Gegenrolle drückt, dazwischen läuft die Kette (sie wird nach unten im Rumpf abgelegt). Der nötige Rollenabstand (Kettendicke) kann eingestellt werden. Sobald der Anker oben
angekommen ist oder er hängen bleibt, erhöht sich der Druck auf die Gummirolle; actio = reactio, der Antriebsteil der Winde hebt sich solange gegen eine Feder an (die Wahl der Feder bestimmt also den Blockierzug), bis der Alurahmen einen Mikroschalter betätigt und den Strom abschaltet.
Damit der Anker fällt, wird der Strom mit einem üblichen Umpolschalter vom Empfänger umgepolt. Über eine Diode am Mikroschalter bekommt der Motor Strom, die Rolle läuft nach unten und gibt die Kette frei; dabei drückt der Motorrahmen auf einen 2. Mikroschalter, dieser schaltet den Motor wieder stromlos und zugleich 0V auf einen Kontakt, an dem ich mein Ankerlicht angeschlossen habe. Am Kettenende sitzt ein Stellring (glatte Oberfläche, leicht entfernbar).

Fehlerquellen:

  • die Kette könnte im Schiffsbauch knubbeln (wird die Praxis zeigen)

  • beim Hochholen könnten Algen oder Sand hängen bleiben und die Reibkraft des Rollenantriebs so vermindern, daß der Motor nicht abschaltet: für diesen Fall habe ich den Anker senderseitig auf einem 3-Wege-Schalter und der Umpolschalter kennt "stromlos" als Mittelstellung

  • der Anker fällt nicht: dieses leidige Problem haben aber alle Winden, vor allem wenn wie hier die Kette zahlreiche Umlenkungen erfährt. Man wird sehen. Übrigens: auch der Vormann der MEYER hatte mir auf Nachfrage gestanden, daß man meist noch händisch nachhelfen muß...


Service:

  • onboard durch die Luke nach Abnehmen des Winschenträgers

  • offboard durch Abschrauben des Sperrholz-Windenträgers vom Spant und Herausziehen des Trägers samt Winde nach hinten aus dem Rumpf

  • Demontage des Backdecks


Hier ein Blick auf den Versuchsaufbau zur Einstellung der Federkräfte; den Anker habe ich aus Messing gebaut:

So sieht nun die fertige und funktionsfähige Ankerbaugruppe aus:

Zunächst noch ein Blick "unter die Kulissen": man sieht den Ankerschacht (und wie der Anker drinsitzt), er ist wasserdicht - auch zum Deck hin dank Tesa-Moll. Weiters ist die Ankerwinde zu sehen und das Plastikdöschen (herausnehmbar in Styropor gelagert) für die Kette.

Original und Modell im Vergleich:

Die Kette habe ich etwas gealtert. Die Kettensperre funktioniert übrigens wirklich - zwar nicht über die Gewindestange (sie müsste Links+Rechts-Gewinde haben), aber ich kann die beiden Sperrenhebel mit den Fingern zusammenklappen, und durch kleine Noppen hält die Kette, auch wenn die Winde sie lose gibt (für Wartungszwecke).

Backdeck
Das ganze Backdeck ist bei mir abnehmbar, um an die darunterliegenden Eingeweide besser heranzukommen.

Die Glaseinfassungen der Oberlichter haben beim Original 18 kleine Schrauben, das ist mit 1:20 nicht machbar - aber wenigstens Löcher habe ich drin:

Der vordere Teil des Backdecks:

Das Schanzkleid ist jetzt dran, die Oberteile der Sprungtuchmasten (das sind die mit der schrägen Abstützung) wurden beim Original zwar inzwischen abmontiert, aber mir hat die optische Wirkung (auch mit der Glocke) gefallen.
Der Schaltkasten dient übrigens zur Bedienung der Ankerwinsch, die Seilzüge halten die außenliegenden Schanzkleidfender.
Der Flaggenmast ist aus Messing mit aufgelöteter Spitze und - wie beim Original - zweiteilig (
aber nicht gesteckt, sondern stabil geschraubt).
Zunächst ein Vergleich mit dem Original (Farbgebung 2006, ich baue die Ausführung 2012):

März 2016: Der Rumpf ist jetzt komlett fertig

Das Tochterboot habe ich für die Fotos außen vor gelassen, damit man die Details rund um die Wanne erkennen kann. Die Schraube am oberen Schlittenende kann ich so einstellen, daß sie den Schlitten entweder aushakt (dann hängt das TB nur im Fanghaken und rauscht beim Lösen ins Wasser) oder eben nicht (dann wird das TB mit dem Schlitten sanft heruntergefahren).

Stand: 10/2021
78628 Rottweil, Kohlplatzstr. 17
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